BIOGRAFIE

Foto: © Ela Angerer/ RKFS
Foto: © Ela Angerer/ RKFS

Roland Koch ist am 29. Mai 1959 in Uezwil geboren und im aargauischen Muri aufgewachsen. Nachdem er zuerst ein Lehrerseminar absolvierte, studierte er von 1979 bis 1982 Psychologie, Philosophie und Ethnologie an der Universität Zürich. Später besuchte er von 1980 bis 1984 die Schauspiel-Schule Zürich. Nach Engagements am Schloßtheater Celle, Landestheater Tübingen, Stadttheater Konstanz und Schauspielhaus Hannover ist er seit 1999 am Burgtheater in Wien engagiert. Seit 2015 spielt er zudem als Gast auch am Theater Basel.

 

Eine lange Arbeitsbeziehung verbindet Roland Koch mit dem Regisseur Andreas Kriegenburg.  Besonders am Staatstheater Hannover unter der Intendanz von Ulrich Khuon gelangen Produktionen, die dem Haus zu überregionalem Ansehen verhalfen. Dies geschah zum Beispiel durch die Einladung zum Berliner Theatertreffen 1998 mit Ibsens Ein Volksfeind. Er spielte hier den Doktor Thomas Stockmann. Diese Darstellung brachte ihm eine Nominierung als „Bester Schauspieler“ der Zeitschrift Theater heute ein.

 

1999 folgte er Andreas Kriegenburg ans Burgtheater Wien. Dort blieb er auch nach dem Weggang Kriegenburgs  und gehört bis heute zum Ensemble. Das Wiener Theaterpublikum reagierte zu Beginn eher verschreckt auf die Inszenierungen Kriegenburgs. Deshalb musste er dort anfangs gegen den Ruf anspielen, ein „Kriegenburg-Schauspieler“ zu sein. Im März 2010 kam es am Schauspiel Frankfurt zu einer erneuten Zusammenarbeit von Andreas Kriegenburg und Roland Koch. In der Inszenierung von Goldonis Der Diener zweier Herren trat er als Pandolfo auf. Durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Regisseuren, wie Andrea Breth, Dieter Giesing, Simon Stone, u.a., in einer großen Bandbreite von sehr unterschiedlichen Rollen, zählt Roland Koch inzwischen zu den vielseitigsten und renommiertesten Schauspielern im großen Ensemble des Burgtheaters. Mit seinem variantenreichen Spiel von detailgenau herausgearbeiteten Charakterstudien bis hin zu teilweise recht provokanten Soloeinlagen gehört er dort zu den Publikumslieblingen des Hauses. War er schon vorher Mitglied der Ensemblevertretung, so war Roland Koch von der Spielzeit 2007/2008 bis Ende der Spielzeit 2016, Ensemblesprecher am Burgtheater Wien.

 

In den Jahren 2008 und 2011 wurde Roland Koch für den Johann-Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie "Bester Schauspieler" nominiert, 2012 in der Kategorie "Publikumspreis". 2015 hat er den Theaterpreis in Kategorie "Beste Nebenrolle" für seine Rolle als "Wilhelm Foldal" in "John Gabriel Borkman" gewonnen!

 

Als im Mai 2003 die Regisseurin Andrea Breth erkrankte und die Arbeit an Shakespeares Was Ihr wollt oder Zwölfte Nacht nicht fortsetzen konnte, schlug das Ensemble ihn, der selbst den Malvolio in dieser Produktion spielen sollte, als Ersatz vor. Roland Koch bewies, auch in anbetracht der kurzen Vorbereitungszeit bis zur Premiere Anfang September 2003, beachtliche inszenatorische Fähigkeiten. 2013 wandte er sich erneut der Regietätigkeit zu und inszenierte am Landestheater Niederösterreich, St. Pölten  Shakespeare Komödie "Viel Lärm um nichts", für die er u.a. die bekannte Schauspielerin Anne Bennent gewinnen konnte. 2014 inszenierte er im schweizerischen St. Gallen "Wir lieben uns wissen nichts" von Moritz Rinke.

 

Seit vielen Jahren spielt er auch in verschiedenen Fernsehproduktionen mit, wenn auch die Theaterarbeit für ihn nach wie vor im Vordergrund steht.

 

Einem größeren Fernsehpublikum wurde er durch die Rolle des Doktor Gesswein in der Fernsehserie Der Fürst und das Mädchen an der Seite von Maximilian Schell und durch die Mona-Seiler-Krimis mit Mariele Millowitsch bekannt. Auch der Polly Adler-Film mit anschließendem 4-Teiler ist inzwischen Kult.

 

2008/2009 stand er in der männlichen Hauptrolle für die ARD-Serie Geld.Macht.Liebe vor der Kamera. Im Herbst 2009 sprang er für den verletzten Gert Voss in der Produktion Geliebter Johann Geliebte Anna ein und übernahm die Rolle des Grafen Metternich. Dieser Film wurde 2010 bei der Romyverleihung 2010 als bester Fernsehfilm ausgezeichnet. Ab Herbst 2011 gehörte Roland Koch zum Team des SWR-Tatort-Konstanz, welches er bis 2015 1x jährlich als Schweizer Ermittler Matteo Lüthi unterstützte. 2016 war er als "Prof. Christian Wehmann" in der 2. Staffel der Serie "Bettys Diagnose" zu sehen.

 

Mehrere Jahre hielt Roland Koch regelmäßig Gastvorträge an der Universität für Angewandte Kunst Wien im Fachbereich Bühnen- und Filmgestaltung. Außerdem unterrichtet er Schauspiel an der "Konservatorium Wien Privatuniversität" und das Fach Rollengestaltung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien.

 

Roland Koch ist Vater von 4 Töchtern und verheiratet mit der Schauspielerin Nicola Kirsch.